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Geschäftskonto auswählen: Worauf es ankommt

Das passende Geschäftskonto hängt von Ihrer Rechtsform, der Zahl Ihrer Buchungen und Ihrem Bargeld ab. Prüfen Sie außerdem, wie Ihr Guthaben geschützt ist und ob das Konto mit Ihrer Buchhaltung zusammenarbeitet. Eine Rangliste geben wir bewusst nicht.

Geprüft im November 2026 anhand der Preis- und Produktseiten der genannten Anbieter (abgerufen am 7. November 2026), der BaFin und des Einlagensicherungsgesetzes.

Ladeninhaberin vergleicht in einem Café zwei Bankkarten ohne Aufdruck, daneben eine grüne Tasse

Das Wichtigste in drei Sätzen

  • Erst der Bedarf, dann der Anbieter: Rechtsform, Buchungen pro Monat, Bargeld und Zahl der Karten entscheiden über die Kosten.
  • Schutz des Guthabens: Bei Banken gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €. Zahlungs- und E-Geld-Institute sichern Kundengelder auf andere Weise.
  • Buchhaltung: Klären Sie vorher, ob Ihr Buchhaltungsprogramm oder Ihre Steuerkanzlei das Konto direkt abrufen kann.

Die Kriterien im Überblick

KriteriumFrage an den AnbieterWichtig für
RechtsformNehmen Sie meine Rechtsform an, auch GbR oder GmbH in Gründung?Gründer, GbR, GmbH/UG
KostenGrundgebühr, Inklusivbuchungen, Preis je weitere Buchung, Aktion befristet?Alle; nachrechnen mit dem Kosten-Rechner
BargeldWo und wie kann ich einzahlen? Was kostet es? Gibt es Monatsgrenzen?Handel, Gastronomie, Handwerk
KartenWie viele Karten sind enthalten? Gibt es Karten für Mitarbeitende?Betriebe mit Team
Schutz des GuthabensBank mit Einlagensicherung oder Zahlungsinstitut mit Sicherung der Kundengelder?Alle, besonders bei hohem Guthaben
BuchhaltungAnbindung an DATEV, Lexware Office, sevdesk oder Export im passenden Format?Alle, die mit Programm oder Kanzlei arbeiten
UnterkontenKann ich Rücklagen für Steuern getrennt halten?Selbständige
ServiceFiliale, Telefon oder nur App und Chat?Wer persönliche Beratung oder einen Schalter braucht

Einlagensicherung: Bank ist nicht gleich App

Bei Banken in der EU gilt eine gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank, egal wie viele Konten Sie dort haben; in Deutschland regelt das § 8 EinSiG. Laut BaFin sind dadurch auch Personen- und Kapitalgesellschaften geschützt, also auch Ihre GmbH oder UG. Im Entschädigungsfall wird innerhalb von sieben Arbeitstagen ausgezahlt. Viele private Banken sind zusätzlich einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds angeschlossen; darauf besteht laut BaFin aber kein Rechtsanspruch.

Manche Geschäftskonten werden nicht von einer Bank geführt, sondern von einem Zahlungsinstitut oder E-Geld-Institut. Diese müssen die Gelder ihrer Kunden nach § 17 ZAG sichern. Entweder halten sie das Geld getrennt vom eigenen Vermögen, etwa auf einem Treuhandkonto bei einer Bank. Dann gehört es im Insolvenzfall nicht zur Insolvenzmasse. Oder sie sichern es durch eine Versicherung oder Garantie einer Versicherung oder Bank, die bei Zahlungsunfähigkeit des Instituts zahlt. Beides ist ein anderer Schutz als die Einlagensicherung.

Unsere Einschätzung: Für kleine Guthaben ist der Unterschied im Alltag gering. Wenn auf dem Konto regelmäßig hohe Beträge liegen, etwa vor einer großen Zahlung oder Steuerzahlung, lohnt der Blick ins Kleingedruckte. Welcher Sicherung ein Anbieter angehört, steht meist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder im Preisaushang.

Buchhaltungsanbindung

Viele Buchhaltungsprogramme holen die Kontoumsätze automatisch ab. Das spart Abtippen und hilft, Zahlungen den Rechnungen zuzuordnen. Prüfen Sie zwei Dinge:

  • Ihr Programm: Steht Ihre Bank in der Liste der unterstützten Banken Ihres Buchhaltungsprogramms? Manche Anbindungen funktionieren nur mit bestimmten Produkten. Die ING etwa nennt für Lexware ausdrücklich nur Lexware Office.
  • Ihre Kanzlei: Arbeitet Ihre Steuerberatung mit DATEV, fragen Sie, ob das Konto direkt an „DATEV Unternehmen online“ angebunden werden kann oder ob ein Export reicht.

Wer ohnehin ein Programm für E-Rechnungen einführt, kann Konto und Software zusammen planen. Die Checkliste zur Software-Auswahl hilft dabei.

Einige Anbieter im Überblick

Die Auswahl ist nicht vollständig und keine Empfehlung. Wir haben bekannte Angebote unterschiedlicher Art aufgenommen: Direktbank, Filialbank und reine App-Anbieter. Sparkassen und Volksbanken haben je nach Region unterschiedliche Preise und fehlen deshalb. Alle Angaben stammen von den Seiten der Anbieter, Stand 7. November 2026, sofern nicht anders genannt. Prüfen Sie die aktuellen Preise vor einem Abschluss selbst. Wir verlinken die Anbieter hier bewusst nicht.

AnbieterArtGrundpreis und BuchungenGründung GmbH/UGBuchhaltung
ING GeschäftskontoBank; gesetzliche Einlagensicherung (EdB), zusätzlich EinlagensicherungsfondsTarif wird monatlich automatisch gewählt: bis 50 Buchungen 0 € + 0,30 € je Buchung; 50–100: 4,90 € + 0,20 €; über 100: 14,90 € + 0,10 €. Eine Visa Business Debitkarte, keine Zusatzkarten. 3 Abhebungen im Monat in Deutschland kostenlos.GmbH i. G. derzeit nicht möglich; GbR ebenfalls nichtDATEV Unternehmen online, Lexware Office
Postbank Business GiroBank (Niederlassung der Deutsche Bank AG)Laut Preisinformation (Stand 1. Juni 2026): 12,90 € / 16,90 € / 24,90 € im Monat, je beleglose Buchung 0,28 € / 0,22 € / 0,12 €. Bargeldeinzahlung am Schalter 3 € je angefangene 5.000 € zuzüglich Postenpreis (0,28 € / 0,22 € / 0,12 €). Aktion laut Produktseite: kein Grundpreis bis 30.06.2027 bei Neueröffnung.GmbH in Gründung auf der Produktseite nicht erwähntDatenschnittstelle zum Steuerbüro (Service-Rechenzentrum); Sonderkonditionen bei sevdesk
QontoZahlungsinstitut (Frankreich, Zweigniederlassung in Berlin); Kundengelder bei Partnerbanken oder in Fonds gesichertNetto, bei jährlicher Zahlung: Starter 0 € (5 Überweisungen/Lastschriften, nur für Freiberufler und Einzelunternehmen), Basic 9 € (30), Smart 19 € (100); weitere je 0,20 €. Weitere Tarife ab 39 €.Gründerkonto mit kostenloser Stammkapitaleinzahlung; Aktion vom 21.10. bis 30.11.2026: Basic 12 Monate kostenlos bei Kontoeröffnung zur Einzahlung des Stammkapitals, danach regulärer PreisDATEV (Bankdatenservice; erweiterte DATEV-Dienste ab Tarif Smart), Lexware Office, sevdesk
KontistKonto über Banking-Partner Solaris; laut Anbieter Einlagensicherung bis 100.000 €Zzgl. USt.: Free 0 € (5 Transaktionen), Start 11 € (30), Plus 25 € (100); weitere je 0,25 €. Abhebungen 2 € zzgl. Steuern, im Tarif 0 / 2 / 4 frei.GmbH, UG, GbR und Unternehmen in Gründung laut FAQ möglichsevdesk 3 bis 12 Monate inklusive, Export im DATEV-Format; mehrere Funktionen nur für Einzelunternehmer
FinomE-Geld-Institut (Niederlande, Aufsicht De Nederlandsche Bank); als E-Geld-Institut keine Einlagensicherung, sondern Sicherung der Kundengelder. Wie gesichert wird, steht nicht auf der Preisseite.Netto: Basic 8 € monatlich oder 7 € bei jährlicher Zahlung, Smart 19 € / 17 €. Kostenlos sind ausgehende SEPA-Überweisungen bis zu einem Betrag pro Monat (Basic 25.000 €)Keine Angabe auf der PreisseiteKeine Angabe auf der Preisseite

„Nicht erwähnt“ und „keine Angabe“ heißt nicht, dass es die Leistung nicht gibt. Die Information stand nur nicht auf den Seiten, die wir ausgewertet haben.

So treffen Sie die Wahl

  1. Bedarf notieren: Rechtsform, Buchungen, Bargeld, Karten, Buchhaltungsprogramm.
  2. Ausschlusskriterien prüfen: Nimmt der Anbieter Ihre Rechtsform an? Können Sie Bargeld so einzahlen, wie Sie es brauchen?
  3. Zwei bis drei Angebote nachrechnen: mit dem Kosten-Rechner, für das erste und zweite Jahr.
  4. Kleingedrucktes lesen: Einlagensicherung, Kündigungsfristen, Gebühr bei Nichtnutzung.
  5. Kanzlei fragen: Passt die Anbindung zu Ihrer Steuerberatung?

Häufige Fragen

Ist ein Konto bei einer App ohne Banklizenz unsicher?

Nicht grundsätzlich. Zahlungs- und E-Geld-Institute stehen unter Aufsicht und müssen Kundengelder sichern, getrennt oder per Versicherung bzw. Garantie (§ 17 ZAG). Es ist aber ein anderer Schutz als die gesetzliche Einlagensicherung einer Bank. Lesen Sie, wie der Anbieter die Gelder sichert.

Gilt die Einlagensicherung auch für meine GmbH?

Ja. Laut BaFin sind auch Personen- und Kapitalgesellschaften durch das Einlagensicherungsgesetz geschützt, bis 100.000 € pro Bank. Ausgenommen sind etwa staatliche Stellen und Finanzunternehmen.

Brauche ich eine Filialbank?

Wenn Sie regelmäßig größere Mengen Bargeld einzahlen, ist eine Bank mit Schalter oder Einzahlungsautomat in Ihrer Nähe oft praktischer. Ohne Bargeld reicht vielen Selbständigen ein Konto, das nur online geführt wird.

Kann ich zwei Geschäftskonten haben?

Ja. Manche Betriebe nutzen ein Konto für den Zahlungsverkehr und ein zweites bei einer anderen Bank für Rücklagen. Das kann auch die Einlagensicherung auf zwei Institute verteilen. Achten Sie darauf, dass es wirklich zwei verschiedene Banken sind: Die Postbank etwa ist eine Niederlassung der Deutschen Bank, Guthaben bei beiden zählen zusammen.

Warum nennen Sie keinen Testsieger?

Weil das beste Konto vom Bedarf abhängt. Ein Konto, das für eine Freiberuflerin günstig ist, kann für einen Laden mit viel Bargeld teuer sein. Mit den Kriterien und dem Rechner finden Sie Ihr passendes Angebot.

  1. § 8 EinSiG – Deckungssumme und § 17 ZAG – Sicherungsanforderungen (abgerufen November 2026)
  2. BaFin: Einlagensicherung und Anlegerentschädigung (abgerufen November 2026)
  3. ING: Fragen zum Geschäftskonto (ing.de/business/geschaeftskonto/faq) und Seite Einlagensicherung (ing.de/ueber-uns/unternehmen/einlagensicherung), abgerufen am 7. November 2026
  4. Postbank: Preisinformation Postbank Business Giro, Stand 1. Juni 2026 (PDF auf postbank.de), und Produktseite „Girokonten für Ihr Business“, abgerufen am 7. November 2026
  5. Qonto: Preisseite (qonto.com/de/pricing) und Tarife für Unternehmensgründungen (qonto.com/de/pricing/creation), abgerufen am 7. November 2026
  6. Kontist: Preisseite (kontist.com/de/preise), abgerufen am 7. November 2026
  7. Finom: Preisseite (finom.co/de-de/pricing), abgerufen am 7. November 2026

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